Ein Zeitraffer-Film "Beyond the Frames"

http://www.vimeo.com/85138075

 
 
 
 
 
 


KOI & KRÖTE


Verortet man den Koi in der asiatischen Welt, findet man die Kröte eher in den europäischen Biotopen. Steht der Koi für Wohlstand, Luxus, Schönheit, sogar Glück, und dient er, völlig denaturiert, der Zierde (wird zu utopischen Preisen gehandelt), gehört die Kröte eher in den Bereich des Naturbelassenen, aber auch des Häßlichen, wenn nicht Lästigen. Zwei Unvereinbare also: Koi und Kröte passen einfach nicht zusammen, möchte man sagen. Aber weit gefehlt: in dieser aus der Tradition der chinesischen Tuschzeichnung schöpfenden Animation macht sich eine Kröte an den größten und schönsten Koi im Teich heran und setzt sich in inniger Umklammerung auf ihn. Fressen und Gefressenwerden sind hier nicht thematisch. Was also will sie von ihm? Ist sie in ihn vernarrt und auf Kopulation aus? Dafür hat die Natur in diesem Fall kein Equipment vorgesehen. Erste Lösung, die von der Künstlerin angeboten wird: die Kröte lässt frustriert vom Objekt ihrer Begierde ab. Zweite Lösung: sie verharrt in der Umarmung, die eher Umklammerung ist, bis der Koi, von ihren Körpergiften zugrunde gerichtet, verendet. Eine große Metapher des Andersseins, eine Allegorie auf Anziehung und Abstoßung innerhalb kultureller Differenz. Ähnlichkeiten mit Menschenwesen nicht ausgeschlossen.

Text von Bettina Blumenberg

http://www.vimeo.com/30041905

 
 
 
 
 
 


The Ende of Life

http://www.vimeo.com/108875559

 
 
 
 
 


LACH MAL, SHANGHAI

März 2011 besucht Alfred Altenburger wieder einmal den abgelegenen Markt in der Xiushui-Road in Shanghai. Er fotografiert dort wie immer Menschen, einige der Verkäufer kennen ihn bereits. Er druckt das eben fotografierte Portrait sofort aus, um es dem Portraitierten zu schenken. Der kleine Thermo-Drucker zieht das Papier viermal hin und her, gelb, rot, dann blau und schließlich schwarz – das Bild entsteht direkt vor den Augen der Betrachter. Die Zuschauer, die sich schnell um den Fotografen versammeln, staunen, jeder gibt seinen Kommentar ab und der Fotograf lichtet den Portraitierten noch einmal ab – diesmal mit dem Foto in der Hand, Bild im Bild. Alfred Altenburger versteht zwar kein Chinesisch, aber klar ist, die Menschen freuen sich über sein kleines Geschenk, das Publikum erlebt einen ungewöhnlichen "Laowai", das ist noch der alte koloniale Ausdruck der Chinesen für den europäischen Reisenden oder Ausländer.

Zhenya Li, 1986 in Shanghai geboren und in der Nähe dieses Marktes aufgewachsen, ist sowohl Nachbarskind als auch Touristin im eigenen Land, denn seit 2008 studiert die heute Fünfundzwanzigjährige an der Akademie der Bildenden Künste in München und ist deshalb nur kurz zu Besuch bei ihrer Familie. Mit der Kamera im Nahbereich beobachtet sie die Fotoaktion von Alfred Altenburger. Sie schneidet die Szenen streng hintereinander, übersetzt die chinesischen Kommentare und untertitelt die Sequenzen.

Farbe, 18 min.33, HD, chinOmdU;
Regie, Kamera, Schnitt: Zhenya Li 李振亚;
Idee und Fotographie: Alfred Altenburger;
Autoren-Produktion und Copyrights: © 2011 Zhenya Li & Alfred Altenburger, Shanghai & München ; All Rights Reserved.
 
 
 
 
 
 

LAMPENFIEBER
http://www.vimeo.com/20020566
 
 
 
 

PLUTO UND AUTO

http://www.vimeo.com/20020399
 
 
 
 


PLUTO UND BALL

http://www.vimeo.com/20020499

 
 
 
 

PLUTO UND SPIEGEL
http://www.vimeo.com/20020747
 
 
 
 

PLUTO UND PROJEKTOR
http://www.vimeo.com/20020700
 
 
 
 
 
 
 

TIME-LAPSE PERFORMANCE
http://www.vimeo.com/12600544
 
 
 
 
 
 

ZEITRAFFER, ENGLISCHER GARTEN, MÜNCHEN
http://www.vimeo.com/17047742
 
 
 
 
 
 

PEKING MASK
http://www.vimeo.com/11145502
 


 

 

 

 

 

 

 

Impressum

   ZHENYA LI